Sie sehen hier eine Liste aller Archipel Artikel der Ausgabe 226 (05/2014).

BOSNIEN-HERZEGOWINA: Sarajevo

BOSNIEN-HERZEGOWINA: Sarajevo

Etwa 150 Bürger haben sich vor dem «Haus der Jugend» in Sarajevo versammelt, sie strecken ihre Mittelfinger in die Höhe und skandieren: «Die Politik ist eine Hure.» Die Geste richtet sich gegen den Kanton Sarajevo, der nicht mehr bereit ist, den Demonstranten das Gebäude für ihre Bürgerforen zur Verfügung zu stellen. Die finden nun vor der Halle statt. Eigentlich steht beim heutigen Bürger_innenforum das Gesundheitssystem auf dem Programm, aber viele Teilnehmer_innen nutzen die Gelegenheit, um ihrem Ärger Luft zu machen. Ein junger Mann steigt auf die Bühne, hält in seiner erhobenen Hand einen Bußgeldbescheid und erklärt: «Dieses Stück Papier werde ich meinem Sohn geben. Er lernt gerade malen und kann damit viel mehr anfangen als ich.» Der Mann erzählt weiter, dass er Bußgeld in Höhe von 360 Euro zahlen musste, weil er auf einer Wahlkampfveranstaltung geschrien hatte: «Diebe, gebt uns unser Geld wieder!» Für viele Menschen in Bosnien-Herzegowina liegt diese Summe über ihrem Monatsgehalt – wenn sie denn eines beziehen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 45 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei 60 Prozent.

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RUANDA: Radio Mille Collines: Öl aufs Feuer des Genozids

RUANDA: Radio Mille Collines: Öl aufs Feuer des Genozids

Vor 20 Jahren fand der Völkermord in Ruanda statt. Die Erwähnung von Radio Mille Collines (RTML)1 ist unumgänglich in der Geschichte dieses Genozids. Leider gibt es kaum sozialwissenschaftliche Untersuchungen über die Rolle dieses Radios. Eine amerikanische Studie bildet die Ausnahme. Diese Studie stellt die These in Frage, der zufolge die Sendungen von RTML einen entscheidenden Faktor beim Völkermord gespielt hätten. Der Autor, Scott Straus, geht davon aus, dass der Einfluss des Senders in einem breiteren Kontext der Gewalt gesehen werden müsste. Zwanzig Jahre nach dem Genozid an den Tutsis und den Massakern an den oppositioellen Hutus ist es an der Zeit, diese Untersuchung einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.Die Sendungen von RTML beginnen im Juli 1993. Das Land befindet sich zu diesem Zeitpunkt an einem Scheideweg: Die Tutsi-Rebellen der Ruandischen Patriotischen Front (RPF)2 haben im Oktober 1990 von Uganda aus einen Krieg angefangen. Das Regime Ruandas wird von Frankreich unterstützt. Parallel dazu beginnt sich eine zaghafte Demokratisierung abzuzeichnen. Original Author:  Alex Robin, Radio Zinzine

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SCHWEIZ: Das Boot ist nicht voll!

SCHWEIZ: Das Boot ist nicht voll!

«Wie kann man auf eine andere Art das Thema des Empfangs von Asylbewerber_innen in der Schweiz angehen? Indem man in die Geschichte eintaucht! So entdeckte ich die  Freiplatzaktion der 1970er-Jahre. Endlich war ich fündig geworden; eine lehrreiche und positive Geschichte gab es da zu erzählen: die Geschichte einer Bewegung des zivilen Ungehorsams, die der Schweizer Regierung mit grosser Beharrlichkeit die Aufnahme von politischen Flüchtlingen aus Chile nach dem Militärputsch von Pinochet abtrotzte. Diese Geschichte erscheint etwas seltsam im Jahr 2014: Die extreme Rechte reiht eine ausländerfeindliche Kampagne an die andere, um aus der Angst der Bevölkerung Stimmen zu gewinnen. (...) Wäre unter diesen Umständen eine grosse Mobilisierung für die Flüchtlinge wie die der Freiplatzaktion auch heute noch möglich? Jedenfalls erscheint es mir als wichtig, diese verkannte Geschichte zu erzählen. Sie möge in Zukunft zu neuen Freiplatzaktionen inspirieren!»So erklärt der Dokumentarfilmer Daniel Wyss seine Motivation für seinen Film «Das Boot ist nicht voll». Original Author:  Michael Rössler, EBF

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SCHWEIZ: Das Boot ist nicht voll!

SCHWEIZ: Das Boot ist nicht voll!

«Wie kann man auf eine andere Art das Thema des Empfangs von Asylbewerber_innen in der Schweiz angehen? Indem man in die Geschichte eintaucht! So entdeckte ich die  Freiplatzaktion der 1970er-Jahre. Endlich war ich fündig geworden; eine lehrreiche und positive Geschichte gab es da zu erzählen: die Geschichte einer Bewegung des zivilen Ungehorsams, die der Schweizer Regierung mit grosser Beharrlichkeit die Aufnahme von politischen Flüchtlingen aus Chile nach dem Militärputsch von Pinochet abtrotzte. Diese Geschichte erscheint etwas seltsam im Jahr 2014: Die extreme Rechte reiht eine ausländerfeindliche Kampagne an die andere, um aus der Angst der Bevölkerung Stimmen zu gewinnen. (...) Wäre unter diesen Umständen eine grosse Mobilisierung für die Flüchtlinge wie die der Freiplatzaktion auch heute noch möglich? Jedenfalls erscheint es mir als wichtig, diese verkannte Geschichte zu erzählen. Sie möge in Zukunft zu neuen Freiplatzaktionen inspirieren!»So erklärt der Dokumentarfilmer Daniel Wyss seine Motivation für seinen Film «Das Boot ist nicht voll». Original Author:  Michael Rössler, EBF

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