Sie sehen hier eine Liste aller Archipel Artikel der Ausgabe 246 (03/2016).

FRANKREICH: Kein Land in Sicht

FRANKREICH: Kein Land in Sicht

«Camp de la honte» (Lager der Schande) wird das Flüchtlingscamp in Grande-Synthe im Norden Frankreichs genannt. Hier leben rund 3'000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen. Die Basler Gruppe «Rastplatz» kocht für sie und lebt mit ihnen im Camp. Original Author:  Katharina Morawietz EBF

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Watch the Med Alarmphone

Watch the Med Alarmphone

Als die Notrufhotline des Alarmphones im Herbst 2014 ihren Betrieb aufnahm, ahnte wohl keine_r der ca. 100 beteiligten Aktivist_innen aus ganz Europa und Nordafrika, welche Dynamik dieses Projekt im Laufe des Jahres 2015 entfalten würde. Angetreten war das Alarmphone mit dem Ziel, in Echtzeit gegen das Massensterben im Mittelmeer anzukämpfen, unterlassene Hilfeleistung auf hoher See zu dokumentieren und illegale Rückschiebungen zu verhindern. Im Sommer 2015 entwickelte es sich darüber hinaus jedoch zu einem unverzichtbaren Glied in einer langen Kette von Unterstützungsstrukturen, die in kollektiven politischen Akten dazu beitrugen, dass sich Tausende das Recht auf Bewegungsfreiheit aneignen konnten. Ein Rückblick auf ein Jahr Alarmphone ist somit auch ein Rückblick auf ein Jahr, in dem das europäische Grenzregime in eine zuvor kaum vorstellbare Krise geriet.Langer Sommer der Migration Original Author:  Simon Sontowski*

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Menschlichkeit als Kompass

Menschlichkeit als Kompass

Mely Kiyak (1) würdigt Watch The Med Alarm Phone. Wir bringen hier die Laudatio von Mely Kiyak auf die Initiative Watch the Med, Gewinnerin des Leser_innenpreises beim taz Panter Preis 2015 (2).Ertrinken, meine Damen und Herren, ist ein leiser Vorgang. Im Gegensatz zur Panik, zum Weinen, Schreien, Um sich schlagen angesichts des drohenden Todes, ist der letzte Moment des Lebens auf dem Meer so leise, dass man ausser Wellengang nichts hört. Der Mensch ertrinkt zumeist in der Waagerechten, den Kopf nach hinten geneigt.Das Ertrinken, als Folge eines Sturzes von einem Boot, oder als Folge von mit Salzwasser vollgesogener Bekleidung in die Meerestiefe, ist der lange Kampf gegen das Untergehen. Es ist der Versuch dem Wasser zu entkommen, die Bemühung an der Wasseroberfläche zu bleiben.Es wechseln sich ab: Auftauchen, kurz Luftholen an der Wasseroberfläche, abermaliges Untertauchen. Zunächst handelt es sich um viel Einatmen von Luft und wenig Einatmen von Wasser. Irgendwann kehrt sich das Verhältnis um. Wenig Luft, viel Wasser. Original Author:  Mely Kiyak

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SCHWEIZ: Ein theologisches Plädoyer für die Migrationscharta

SCHWEIZ: Ein theologisches Plädoyer für die Migrationscharta

Die Migrationscharta nimmt eine biblisch-theologische Perspektive in Anspruch; deshalb spreche ich hier als Theologe 1. Theologie und Kirche haben aber eine gesellschaftliche Verantwortung; deshalb spreche ich am Schnittpunkt zwischen Theologie und Gesellschaft. Meine Reflexion habe ich in zehn Punkten formuliert. Es sind nicht etwa zehn Gebote, sondern einfach zehn Gedanken zu den Grundanliegen der Migrationscharta, die als Diskussionsimpulse zu verstehen sind.1 - Man kann die Migrationscharta sehr einfach und sehr schnell abtun (wie auch von Gegnern schon zu lesen war…): sie sei zwar sehr nett, aber auch sehr unrealistisch; romantisch und marxistisch, ja populistisch; sie vertrete biblisches Gutmenschentum, bleibe aber abstrakt, greife nicht in der Wirklichkeit; usw.Damit man die Migrationscharta wirklich ernst nimmt, muss geklärt werden, auf welcher Diskursebene sie spricht. Original Author:  Pierre Bühler

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SYRIEN: Grosser Aufbruch, langer Krieg

SYRIEN: Grosser Aufbruch, langer Krieg

Vor fünf Jahren begann der arabische Frühling – auch in Syrien. Oussama, ein syrischer Flüchtling, den wir im November 2015 in der Türkei getroffen haben, erzählt über den fast vergessenen Aufbruch einer friedlichen Freiheitsbewegung in der Bevölkerung seines Landes und beschreibt die Entfesselung eines Krieges, der diesen Anfang zunichte machen sollte.Archipel: Wie hast du die Politik in Syrien vor 2011 und danach erlebt? Original Author:  Das Interview führte Alex Robin (Teos, Türkei, 11. November 2015)

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