Sie sehen hier eine Liste aller Archipel Artikel der Ausgabe 253 (11/2016).

INTERSEKTIONALITÄT: Die verschiedenen Feminismen

INTERSEKTIONALITÄT: Die verschiedenen Feminismen

Auf der Suche nach einem Mittel gegen Islamophobie und Rassismus: Sonia Dayan-Herzbrun, Jüdin und Spezialistin für Islamophobie, animierte beim Sommertreffen des EBF u.a. die Kommission über die Kritik am «abendländischen Universalismus». Sie setzt sich seit Jahren mit den verschiedenen feministischen Bewegungen auseinander und insbesondere mit den islamischen.Man kann heute nicht mehr von einer einzigen feministischen Bewegung reden, so wie sie damals, Ende des achtzehnten Jahrhunderts, ihren Anfang nahm, als Schriftstellerinnen wie Mary Wollstonecraft begonnen hatten, für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Diese Bewegung war getragen von der Idee der Demokratie und der Herausbildung des «homo aequalis» wie ihn der Anthropologe Louis Dumont benannt hat. Für die Männer waren die Rechte auf Freiheit und Gleichheit klar definiert, aber aufgrund ihrer Wesensart galten diese Rechte für die Frauen sowie auch für Sklaven und Menschen aus den Kolonien nicht. Original Author:  Sonja Dayan-Herzbrunn*

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ÖSTERREICH: Die Wahl der Qual

ÖSTERREICH: Die Wahl der Qual

Wie geht es weiter in Österreich? Am 2. Dezember wird neu gewählt. Nach der Erleichterung im Mai1 kam die Wahlanfechtung. Der Hauptgrund: Schlampigkeit. Wenn die rechtsextreme FPÖ die Wahl gewonnen hätte, wäre es wohl kaum zu dieser Wahlanfechtung gekommen. Beschwerdevertreter der FPÖ gegen die Bundespräsidentenwahl ist Herr Dr. Böhmdorfer, langjähriger Anwalt von Jörg Haider und danach äusserst kritisierter Justizminister.2 Armin Thurnher, jahrzehntelanger Herausgeber und Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung «Falter», schrieb im Sommer einen brillanten Essay zu dieser Thematik «Ach Österreich! Europäische Lektionen aus der Alpenrepublik», den er Ende September in Wien vorstellte: Eine aktuelle Analyse der letzten Jahrzehnte österreichischen Politikgeschehens, ein guter Einblick in die österreichische Politik und die Vorgänge um die Präsidentschaftswahlen im Speziellen. Auch wenn die Wahlsuppe, die zurzeit von den Rechtsextremen Strache, Hofer und Co gekocht wird, ungeniessbar ist – der intelligente Humor, mit dem Armin Thurnher sie schildert, ist ein Genuss! Bei dieser Lektüre wird klar: Wir werden den «Feschisten»3 das Feld nicht überlassen. Original Author:  Constanze Warta

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«Ach Österreich!» – Leseproben

 «Ach Österreich!» – Leseproben

(…) Österreich ist die Farce, die eine Tragödie ankündigt. Wenn demokratisch wenig gefestigte Länder, die noch vor einem Vierteljahrhundert hinter dem Eisernen Vorhang seufzten, in den Wirren ihrer jugendlichen befreiten Kraft, aus Frust darüber, trotz Verwestlichung der Profite nicht an den westlichen Lebensstandard anzuschliessen, und im Angesicht ihrer unglaubwürdig gewordenen Eliten dem weltweiten Trend zum Autoritarismus verfallen, mag man das ja hinnehmen, ja sogar verstehen. Aber Österreich, die Insel der Seligen, das Kreisky-Land, wo Milch und Honig flossen und der soziale Friede wie ein Zuckerguss aus Konsens über allem lag, das neutrale Ländchen, das sich mit Ski-Siegen zufriedengibt und beim Fussball verlässlich Punkte liegenlässt, Österreich seit mehr als zwanzig Jahren Mitglied der EU, seit mehr als siebzig Jahren wieder Demokratie, eines der reichsten Länder der Erde noch dazu, was bedeutet es, wenn sich in diesem Österreich die Rechte anschickt, die Macht zu übernehmen? Die Risse im Zuckerguss nehmen sich umso schartiger und scharfkantiger aus, der Geruch, der ihnen entströmt umso muffiger, als der Zuckerguss allzu lange dichthielt und erstickend wirkte. (…) Original Author:  Armin Thurnher

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BUCHEMPFEHLUNG: Willkommen bei der Erdbeerernte! Ihr Mindestlohn beträgt ...

 BUCHEMPFEHLUNG: Willkommen bei der Erdbeerernte!  Ihr Mindestlohn beträgt ...

«Wir bekommen Lohnzettel, wo alles richtig draufsteht. Der Lohn wird jeden Monat am gleichen Tag auf unser Konto überwiesen. Und wenn wir Überstunden leisten, dann werden die ausbezahlt.» Was nach einem «ganz normalen» Arbeitsverhältnis klingt, ist in der Landwirtschaft immer noch hart erkämpftes Terrain. Ganz besonders, wenn man aufgrund von Herkunft und Aufenthaltsstatus einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt hat. Andrei und Bogdan Oancea, zwei junge Männer aus Rumänien, haben jahrelang als Erntehelfer in Westösterreich gearbeitet – und sind dabei nach Strich und Faden ausgebeutet worden. Mit gewerkschaftlicher Unterstützung zogen sie gegen den Bauern vor Gericht. Die simple Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards kann man in der landwirtschaftlichen Lohnarbeit, der Erntehilfe und Saisonarbeit suchen wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen: Bezahlung weit unter Kollektivvertrag, unbezahlte Überstunden, inadäquate Unterkünfte stehen auf der Tagesordnung. Original Author:  Lisa Bolyos

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