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ÖSTERREICH: Erfolg der Erntehelfer_innen

Wie im letzten Archipel berichtet, eskalierte im Oktober 2013 ein jahrelanger Konflikt auf den Thaurer Gemüsefeldern. Erntehelfer_innen aus Rumänien und Serbien protestierten gegen die niedrigen Löhne und vorenthaltenen Sozialleistungen.
Zum Teil arbeiteten sie schon seit zehn Jahren als Saisonarbeiter für den bekannten Gemüsebauern Josef Norz (nicht Schirmer, wie im letzten Archipel irrtüm-licherweise benannt). Am 2.Oktober kündigten sie ihre Arbeit.
Der Arbeitskonflikt führte zu heftigen Diskussionen über die miserablen Arbeitsbedingungen und die Unterbezahlung der Beschäftigten. Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger forderte daraufhin die lückenlose Einhaltung der Kollektivverträge.
Eine erste Nachzahlung wurde erbracht, doch damit war das Thema für die Erntehelfer_innen noch nicht beendet; sie forderten auch rückwirkend eine Abgeltung und wandten sich an die Tiroler Arbeiterkammer. Diese setzte einen Rechtsanwalt ein, der in den vergangenen Wochen zwischen den Erntehelfer_innen und dem Thaurer Gemüsebauern vermittelte. Am 10.Dezember reisten rund 40 Rumän_innen mit dem Bus an; in der Tiroler Arbeiterkammer kam es zu einer klärenden Aussprache.
Über das Ergebnis wurde Stillschweigen vereinbart, doch es sickerten Details durch. Demnach haben sich die Erntehelfer_innen mit ihrem Arbeitgeber geeinigt: es kommt zu einer Nachzahlung von rund 100'000 Euro. Der Protest hat sich also gelohnt!
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) bereitet für die nächste Saison ein «Welcome-Startpaket» vor, in dem auf mehreren Sprachen erklärt wird, was den Erntehelfer_innen alles zusteht, wenn sie in Österreich beschäftigt sind.
Im Januar 2014 wird von der Universität Innsbruck eine Podiumsdiskussion zum Thema organisiert. Und im Herbst wird im Gaismair-Jahrbuch 2015 ein umfassender Artikel dazu erscheinen.
(www.gaismair-gesellschaft.at)
Die Redaktion

 18.02.2014, eingestellt von ute
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Archipel

Dieser Text stammt aus dem Archipel

Ausgabe: 222 (01/2014)

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