BUCHBESPRECHUNG: Die Attentate vom 11. September
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Drei Publikationen stellen die offizielle Version zur Diskussion.


Im September 2000 veröffentlichte der «think-tank, Projekt für das neue Jahrhundert» einen Bericht mit dem Titel: «Neuaufbau der Verteidigungsstellungen Amerikas» Verfasst unter der Leitung von Dick Cheney (heute Vizepräsident), Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz (Verteidigungsminister und dessen Stellvertreter) sowie einigen anderen, preist dieses Dokument die Entwicklung der Vereinigten Staaten zur «vorherrschenden Macht von morgen» an. Dabei weisen die Autoren darauf hin, dass dies sehr schwer ohne ein «katastrophales und katalytisches Ereignis – wie etwa ein neues Pearl Harbor» zu erreichen ist.1


Die Attentate vom 11. September sind oft mit Pearl Harbor verglichen worden. Nun wissen wir aber heute, dass Präsident Franklin D. Roosevelt bereits drei Wochen vor jenem 7. Dezember 1941 über das Datum des japanischen Angriffs im Bild war. Der Angriff wurde außerdem durch die gerade stattfindende Verschiebung der amerikanischen Pazifikflotte von Kalifornien nach Hawaii erleichtert. Angesichts einer stark pazifistisch gesinnten Bevölkerung brauchte die Regierung einen Vorwand um in den Krieg einzutreten.2


Kann man also davon ausgehen, dass im Sommer 2001 die Bush-Administration oder eine Gruppe von Leuten aus diesem Umfeld über die geplanten Attentate im Bild waren oder sogar an deren Vorbereitung mitgewirkt haben? Ist dies nur eine lächerliche Idee oder eine fundierte Hypothese? Schon 2002 stellte der kanadische Professor Michael Chossudovsky einige Indizien zusammen, welche die offizielle These einer nie wirklich bewiesenen islamistischen Verschwörung anzweifelten.3 Da die großen Medien solchen Zweifeln kaum Raum gegeben haben, hat sich vor allem in den Vereinigten Staaten und in Deutschland in der interessierten Bevölkerung ein Interesse an einer kritischen Untersuchung breit gemacht. An die hunderttausend Internetseiten sind diesem Thema gewidmet.


Östlich des Rheins haben große Verlagshäuser drei Publikationen zu diesem Thema herausgebracht. Andreas von Bülow, Doktor der Rechtswissenschaften, ist hierbei der am stärksten herausragende Autor. Heute als Anwalt tätig, war er von 1969 bis 1994 Abgeordneter, Minister für Forschung und Technologie und als Staatssekretär im Verteidigungsministerium für die Geheimdienste zuständig. In seiner minutiösen Untersuchung4 hat er sich als einziger mit dem rätselhaften Umstand befasst, dass das Gebäude 7 des World Trade Centers, welches Büros des CIA beherbergte, erst mehr als sieben Stunden nach den Zwillingstürmen einstürzte.


Der Journalist Gerhard Wisnewski liefert die am reichsten ausgestattete Analyse der Vorfälle5. Er stützt sich auf die persönliche Befragung von Zeugen wie etwa Ernie Stull den Bürgermeister von Shanksville (Pennsylvania) wo die Boeing 757 des Fluges 93 der United Airlines abgestürzt ist. Außerdem befasst er sich mit den Gründen des Einsturzes der zwei Türme. Verschiedene Experten haben tatsächlich bezweifelt, dass die durch die Flugzeuge verursachten Schläge und die Brände die Türme zum Einsturz gebracht haben konnten. Aufgrund von Wahrnehmungen, die Feuerwehrleute, Reporter und Passanten über die Explosionen in den Türmen gemacht haben, analysiert der Autor ein Video der Fernsehkette NBC welches diese nach den beiden Flugzeugeinschlägen zeigt. Er beobachtet darin ein langes, horizontales, weißes Rauchband, erzeugt durch eine Explosion, der nicht die Verbrennung von Kerosin zugrunde liegt.


Der Journalist Mathias Bröckers und der Medienwissenschaftler Andreas Hauß bleiben da vorsichtiger.6 M. Bröckers hatte im Rahmen einer wissenschaftlichen Forschung zu Spekulationen über eine Verschwörung angefangen die Attentate zu untersuchen.7 Seine Ausgangsposition war aufzuzeigen, dass angesichts der belegbaren Tatsachen die Hypothese einer islamistischen Verschwörung nicht weniger dem Reich der Phantasie entspringt als diejenige einer Verwicklung der Bush-Administration in die Ereignisse. In ihrem neuen Buch nehmen die Autoren die Position der Dokumentaristen ein und machen auf Ungereimtheiten, Dunkelbereiche und Fälschungen rund um die offizielle Version aufmerksam. Sie informieren auf diese Weise über die juristischen Schritte, welche Familienmitglieder von Opfern gegen die Amerikanische Regierung unternommen haben8: Der Schwerpunkt liegt hier in der Beteiligung der Behörden bei der Vernichtung von Beweisen, dem Zurückhalten von Informationen und dem nicht Zulassen von Untersuchungen, die in eine bestimmte Richtung gehen.


Weit entfernt von primitivem Antiamerikanismus, zeugt jedes der drei, in seiner Aussage in die selbe Richtung  weisenden Bücher, von einer soliden Fachlichkeit und präsentiert seriöse Analysen, sowie durch vor allem angelsächsische Quellen gut abgesicherte Darlegungen. Ohne mit Sensationen zu hausieren ist die Lektüre dennoch spannend. Dank eines Schlagwortverzeichnisses, einer Bibliographie und mehreren hundert Querverweisen ermöglichen sie dem Leser die erhaltenen Informationen zu belegen und zu vertiefen, zumal etliche Quellen über Internet abrufbar sind.9 


Sicherlich ist man nach der Lektüre dieser drei deutschen Werke über die Infragestellung der offiziellen Version erst mal erschüttert. In Frankreich ist der Journalist Thierry Meyssan unter den wenigen Autoren, die diesen Zweifel ebenfalls geäußert haben.10Aber seine zweifelhaften journalistischen Praktiken haben ein schlechtes Licht auf seine Äußerungen geworfen11. Darf man es aber aufgeben, eine derart weitgreifende kriminelle Tat ans Licht zu bringen, nur weil ein an den Nachforschungen Beteiligter einen schlechten Ruf hat? Die internationale Untersuchungskonferenz über den 11. September, die vom 26. bis 28. März 2004 in San Francisco stattfand,12 trägt vielleicht dazu bei, die Informationen darüber vielfältiger werden zu lassen und die Nachforschungen sachlicher zu gestalten.


Christopher Pollmann * 



*«Maitre de conférences» an der Universität von Metz, «Emile Noel Fellow» an der Harvard Law School (2001-02)


 


1. Project dor the new american century, Rebuilding Americas Defences. Strategy, Forces and Resources for a New Century, Washington D. C. 2000. Seite 50 bis 51 (www.newamericancentury.org/Rebuilding/AmericasDefenses.pdf)


2. Robert Stinnet, Day of Deceit. The Truth about FDR and Pearl Harbor, Free Press, New York 1999; Interview des Autors (wo er letzten Endes Rechtfertigungen für das


Vorgehen des Präsidenten findet) auf


 


www.disinfo.com/archive/pages/article/id1488/pg1/index.html.


 


3. Guerres et mondialisation. La verité derrière le 11 septembre, Serpent à plumes, Paris 2002; eines der zentralen Kapitel ist abrufbar unter


 


http://globalresearch.ca/articles/CHO205A.html.


 


4. Die CIA und der 11. September. Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste, Piper, München, 2003, 271 Seiten, 13. Auch ein anderer Politiker namens Michael Meacher, Umweltminister in der Regierung von Tony Blair von 1997 bis 2003 äusserte den Gedanken, dass die Attentate ermöglicht worden sind um sich den begehrten Erdölfeldern in Asien zu nähern: «This war on terrorism is a bogus», The Guardian 6.Sept. 2003,


 


www.guardian.co.uk/print/0,3858,4747953-103677,00.htm.


 


5. Operation 9/11 - Angriff auf den Globus, Knaur, München2003, 414 Seiten, 12.90


6. Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9. Zweitausendeins, Frankfurt/Main 2003, 325 Seiten, 14.90 (mit Interviews von Zeugen über die Pilotenschulen in Florida und den dortigen Andrang von arabischen Schülern auf DVD)


7. Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9., Zweitausendeins, Frankfurt/Main 2002


8. Siehe beispielsweise unter: www.septembereleventh.org


9. Eine Liste von Links ist unter www.zweitausendeins.de/Broeckers/Broeckers_QU2.htm.


zu finden


10. L’effroyable imposture, 11 septembre 2001 et Le Pentagate, Carnot Paris 2002; Siehe auch Romain Guer, Attentats aux USA: Crimes, mensonges et stratégie, Ed. de l’Opera, Nantes 2002; Peter Franssen & Pol De Vos, Le 11. Septembre: Pourquoi ils ont laissé faire les pirates de L’air, EPO, Berchem Anvers (B)2002


11. Siehe Fabrice Nicolino »Meyssan l’Imposteur», Politis, 11. April 2002, S.20


12. Siehe  www.deceptiondollar.com/Inquiry911.htm.

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Dieser Text stammt aus dem Archipel

Ausgabe: 125 (03/2005)

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