DOSSIER : Bauerntreffen
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Auf Initiative der Vereinigung PaïsAlp – Kleinbauern der Haute Provence – und der Confédération Paysanne haben sich ca. 100 Personen aus 15 europäischen Ländern Anfang Februar in Forcalquier (Frankreich) zusammengefunden. Es war das erste Treffen dieser Art, besonders daran war auch die Teilnahme von Bauern aus mehreren osteuropäischen Ländern.


Das Ziel dieses Treffens war eine gemeinsame Definition der bäuerlichen Landwirtschaft für Europa zu finden. Die unterschiedliche Sachlage der verschiedenen Länder war eher eine Bereicherung als ein Hindernis, denn die Parallelen sind zahlreich und werden helfen, gegenüber der nationalen und internationalen Landwirtschaftspolitik eine geschlossene Front zu bilden. Die anwesenden Teilnehmer fordern z.B. unterschiedliche Hygienevorschriften für die bäuerliche und die industrielle Landwirtschaft. Man kann einen Verarbeitungsprozess auf dem Hof nicht mit dem einer Nahrungsmittelfabrik vergleichen. Die Risiken sind nicht die gleichen, die hergestellten Quantitäten und die Qualität der Erzeugnisse stehen in keinem Verhältnis. Die sehr teure "Angleichung" an die Normen käme oder kommt in zahlreichen Regionen Europas schlicht und einfach dem Verschwinden zahlreicher Kleinbauern gleich.


Die Kleinbauern dagegen gehen Verpflichtungen ein, welche die Erzeugung von gesunden und qualitativ hochwertigen Produkten sowie umweltfreundliches, Menschen und Tieren gegenüber respektvolles Wirtschaften gewährleisten:


- Verarbeitung der Produkte auf den Höfen;


- Begrenzung der Größe der Betriebe, der Anzahl der Hektaren, der Großvieheinheiten, der verarbeiteten Produkte, etc., je nach Produktionszweig und in Beachtung der großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern und Regionen, um neue Niederlassungen zu begünstigen und die ständige Erweiterung der Großbetriebe zu verhindern, die der Umwelt und den sozialen Beziehungen schaden;


- Förderung echter sozialer Beziehungen, besonders mit den Saisonarbeitern, die von der Agroindustrie immer mehr wie Arbeitstiere behandelt werden;


- Direktvermarktung des Großteils der Produktion, um die Beziehungen zwischen den Herstellern und den Verbrauchern zu verstärken und um den Bäuerinnen und Bauern eine gerechte Entlohnung ihrer Arbeit zu sichern und soweit wie möglich den Zwischenhandel zu vermeiden;


- Darstellung der Tatsache, dass diese Art des umweltfreundlichen und sozialverträglichen Wirtschaftens die einzige Alternative zur Agroindustrie ist, die von einer Krise in die andere rutscht, die Böden steril werden lässt, die Grundwasserreserven verschmutzt und die bäuerliche Landwirtschaft zerstört.


Folgetreffen sind bereits geplant, sie werden in Ungarn, der Schweiz und Deutschland stattfinden.


Archipel hat seit dem letzten Monat die Publikation einer Reihe von Artikeln über die Situation der Landwirtschaft in verschiedenen Ländern begonnen. Nach Österreich folgt nun das Beispiel Sloweniens.


 

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Archipel

Dieser Text stammt aus dem Archipel

Ausgabe: 103 (03/2003)

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