LAUTSPRECHER : BRASILIEN Bewaffnete Syngentamiliz ermordet Landarbeiter
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Via-Campesina-Pressemitteilung, 21/10/07


 


Während eines Angriffs einer 40-köpfigen bewaffneten Miliz auf ein Zeltlager von landlosen Bauern auf dem Versuchsfeld des Schweizer Agrochemimultis Syngenta in Santa Teresa do Oeste um 13.30 Uhr des 21. Oktobers wurde der 32-jährige Valmir Motta, Vater von drei Kindern und Mitglied der Via Campesina, mit 2 Schüssen in die Brust ermordet. Weitere 6 Landarbeiter wurden ernsthaft verletzt und ein Angreifer kam wahrscheinlich ums Leben. Die Verletzten: Gentil Couto Viera, Jonas Gomes de Queiroz, Domingos  Barretos, Izabel Nascimento de Souza e Hudson Cardin, wurden ins Spital gebracht. Izabel liegt im Koma und schwebt in Lebensgefahr.


Das betreffende Syngentagelände wurde an diesem Morgen (21.10) von etwa 150 Bauern der Via Campesina besetzt. Das Gelände wurde schon im März 2006 besetzt, um den öffentlichen Institutionen und der Zivilgesellschaft die illegale Produktion von gentechnisch verändertem Mais- und Sojasaatgut zu denunzieren. Die Besetzung machte die Verbrechen Syngentas weltweit bekannt. Nach 16 Monaten Widerstand verliessen am 18.Juli dieses Jahres die 70 Familien das Gelände und zogen in die Siedlung «Olga Benario», welche ebenfalls in der Gemeinde Santa Tereza do Oeste liegt.


Heute bei der Wiederbesetzung zündeten die Landarbeiter Feuerwerke, und die Sicherheitsmänner verliessen das Gelände. Um 13.30 Uhr hielt dann plötzlich ein Bus vor dem Haupttor und eine Miliz von etwa 40 schwer bewaffneten Pistoleros sprang aus ihm heraus und begann auf die Bauern zu schießen. Die Pistoleros brachen das Fronttor auf und exekutierten Valmir Motta mit zwei Schüssen in die Brust, schossen auf weitere fünf und schlugen auf Izabel do Nascimento de Souza ein, welche nun schwer verletzt im Spital liegt.
Syngenta hat Sicherheitsdienste angeheuert, welche in der Region völlig irregular handeln. Sie sind der ländlichen Gesellschaft der Westregion (Sociedade Rural da Região Oeste, SRO) und der Bewegung der ländlichen Produzenten (Movimento dos Produtores Rurais, MPR) angegliedert. Einer der Direktoren der Sicherheitsfirma «NF» wurde verhaftet und der Besitzer entkam während einer Bundespolizeioperation früher in diesem Monat, als Munition und illegale Waffen sichergestellt wurden.


Es gibt Beweise, die zeigen, dass die Firma als Fassade dient, um im Bedarfsfall weit mehr Sicherheitsleute illegal anzuheuern als sie auf dem Papier hat, um eine bewaffnete Miliz zu formen, die gewaltsame Räumungen und Angriffe auf die Lager der Landlosen der Region ausführen. Am letzten Dienstag, dem 18.10, wurde in Curitiba während einer öffentlichen Anhörung, welche von der Menschenrechts- und Minderheitenkommission der staatlichen Abgeordnetenkammer koordiniert wurde, die Verbindungen der bewaffneten Milizen zur SRO/MPR und zu Syngenta denunziert.


Die Via Campesina fordert die Justiz auf, den Angriff auf das Landarbeiterlager zu untersuchen, welche zusammen mit den Familien aus Olga Benario immer noch dafür kämpfen, dass die Syngentafelder in ein agrarökologisches Zentrum umgewandelt werden für die Vermehrung von traditionellem, biologischen Saatgut für bäuerliche Familien aus der Landreformbewegung. Die BewohnerInnen der Siedlung Olga Benario, welches an die Syngentafelder angrenzt, sind ebenfalls gegen GVO-Versuche in diesem Gebiet, weil sie ihre Produktion traditionellen Saatguts verunreinigen und ihre Ernährung, Gesundheit und Umwelt schädigen.


 


Übersetzung: Reto Sonderegger (retosonderegger(a)gmx.ch)


Weitere Informationen bei :


++55 (41) 3324.7000 und


++55(41)84119794 –  Solange


comunicacaopr(at)mst.org.br


International Operational Secretariat - La Via Campesina


Address of the International Operational Secretariat (IOS):


Jl. Mampang Prapatan XIV No. 5 Jakarta Selatan 12790, Jakarta - Indonesia


Phone: +62-21-7991890 Fax : +62-21-7993426


E-mail: viacampesina(at)viacampesina.org http://www.viacampesina.org


 


Einige Informationen über


das Unwesen von Syngenta


Die Kampagne «Stopp Paraquat» fordert den Produktionsstopp und das Verbot des hochgiftigen und gesundheitsschädlichen Herbizids (Unkrautvertilgungsmittel). Sie wird getragen von Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt. Besonders in der Kritik steht der Agrokonzern Syngenta, der Marktführer beim Verkauf von Paraquat. Das Herbizid wird von Syngenta, meist unter dem Markennamen Gramoxone, in über hundert Ländern verkauft. Es kommt unter anderem auf Bananen-, Kaffee-, Palmöl-, Baumwoll-, Gummi-, Obst- oder Ananasplantagen zur Anwendung. Gross- und Kleinbauern verwenden es ausgiebig auf Mais- oder Reisfeldern.


Arbeiterinnen und Bauern, die regelmässig mit dem Herbizid Paraquat in Kontakt kommen, haben mit ernsthaften Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Die hohe Toxizität von Paraquat, zu dem kein Gegenmittel existiert, führt immer wieder zu Todesfällen.


Im Herbst 2006 lancierte die Erklärung von Bern (EvB) eine öffentliche Verhandlung zum Fall Paraquat, in welcher die Zivilgesellschaft aufgefordert wird, sich ein Urteil über die Verantwortung von Syngenta zu bilden. Bis Ende Januar 2007 hatten bereits über 34.000 Personen und rund 90 Organisationen aus 30 Ländern die Kampagne unterstützt und sind der Meinung, dass Syngenta mitverantwortlich ist an der Vergiftung tausender Plantagenarbeiterinnen und Kleinbauern.


http://www.evb.ch Syngentas Verantwortung (07.11.06)


Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung vom 7. November 2006


 


Dole stoppt die Anwendung von Paraquat


Dole, der weltweit wichtigste Anbieter von Obst, Gemüse und Schnittblumen, verzichtet künftig auf die Anwendung von Paraquat. Obwohl immer mehr Grossproduzenten den Einsatz des hochgiftigen Pestizids ablehnen, will Syngenta nun dessen Wiederzulassung in Europa erzwingen. Dieser Versuch beruhigt kurzfristig vielleicht die Börse, ist jedoch aus Sicht der EvB chancenlos.


Brasilien:GMO / Synthetische Biotechnologie, http://de.indymedia.org/2007/08/190593.shtml, Freie deutsche Übersetzung: tierr(at)


Quelle: Indymedia Deutschland


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Dieser Text stammt aus dem Archipel

Ausgabe: 154 (11/2007)

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