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UKRAINE: Kurzfilm-Festival

«Migration – ein Rettungsversuch oder das Recht auf ein besseres Leben» So heisst das Festival für Kurzfilme, das Anfang nächsten Jahres zum 3. Mal in Uschgorod stattfinden wird.
Am 15. September 2013 haben wir vom transkarpatischen Komitee für medizinische Hilfe (CAMZ) den dritten Wettbewerb für Kurzfilme zu dem Thema Migration und allem, was damit zusammenhängt, gestartet. Der Wettbewerb soll vor allem junge Menschen ansprechen und Bürger_innen, die in der Problematik von Immigration, Emigration, Integration, Rassismus und Xenophobie und der Durchsetzung der Menschenrechte in Bezug auf Migrant_innen und Flüchtlinge aktiv und kreativ sind. Anlässlich des Filmfestivals, am 24. Jänner in Uschgorod (Transkarpatien, Ukraine), können die Zuschauer_innen die Werke der Teilnehmenden sehen.
Im September brachte uns das Europäische BürgerInnenforum in Kontakt mit dem Schweizer Filmregisseur Fernand Melgar (Familienalbum, 1993, Die Festung, 2008, Vol spécial, 2011). Wir sprachen mit ihm über unser Festival und fragten ihn, ob er vielleicht Mitglied der Jury werden und für das Festival nach Uschgorod kommen möchte. Ihr könnt euch unsere Überraschung und Freude vorstellen, als er uns seine Beteiligung für Jänner zusagte. Er wird bei dieser Gelegenheit auch seinen Film «Vol spécial» präsentieren. Nach «Die Festung», wofür er den Goldenen Leoparden beim Festival in Locarno erhielt, in dem es um die Empfangsbedingungen von Asylbewerbern in der Schweiz geht, wirft Melgar in seinem letzten Film den Blick auf jene Menschen, die ausgeschafft werden sollen. Der Filmemacher hat dafür neun Monate in der Haftanstalt Frambois in Genf verbracht, einem der 28 Ausschaffungsgefängnisse für Papierlose in der Schweiz.
Für das Filmfestival im letzten Jahr wurden neun Filme an verschiedenen Orten der Ukraine produziert. Sie wurden alle von Amateuren oder Halb-Professionellen gemacht. Den Beteiligten gelang es in ihren Arbeiten gut, die verschiedenen Seiten der Migration darzustellen. Es ist beeindruckend, wie viele junge Menschen Lust haben und bereit sind, Filme über ein so ernsthaftes und aktuelles Thema zu machen und ihre Ideen und Gedanken auf diese kreative Art mitzuteilen. Anhand der zahlreichen Zuschauer_innen, unter ihnen sehr viele jungen Leute, erlebten wir die Offenheit der Menschen in Uschgorod gegenüber diesem Thema, aber auch das Interesse an ähnlichen Initiativen in unserer Gesellschaft. Die Mitglieder vom CAMZ sind davon überzeugt, dass es nicht nur gelungen ist, die einzelnen Filmschaffenden zu fördern, sondern auch eine Möglichkeit entstehen zu lassen, anders über die Migrationsfrage nachzudenken.
In diesem Sinn und auch um das Filmfestival bekannter zu machen, haben wir Fernand Melgar für Jänner 2014 eingeladen. Er möchte während seines Besuches nicht nur seinen neuen Film zeigen, sondern auch Diskussionen zu diesem Thema organisieren. Das CAMZ veranstaltet während des Festivals Seminare, in denen es um Filmtechniken geht, aber auch um Menschenrechte und insbesondere die Rechte der Flüchtlinge. Letztes Jahr haben Vertreter_innen des Helsinki-Komitees das System und die Probleme in Ungarn vorgestellt. Dieses Jahr werden wir am 14.November über die Schweiz sprechen, da zu diesem Zeitpunkt eine Schweizer Delegation mit Vertreter_innen der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen und des Schweizer Vereins Bistro-Interculturel (Stans, Innerschweiz) zu uns kommt.
Wir laden alle Mitglieder_innen des Europäischen BürgerInnenforums ganz herzlich ein, zum nächsten Filmfestival am 24.Jänner 2014 nach Uschgorod zu kommen!

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Archipel

Dieser Text stammt aus dem Archipel

Ausgabe: 220 (11/2013)

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