SCHWEIZ: Ein Marsch und ein Buch gegen Syngenta

SCHWEIZ: Ein Marsch und ein Buch gegen Syngenta

Hunderttausende demonstrieren jährlich in spektakulären und phantasievollen Kundgebungen  gegen die Macht des Agrogentechnik-Konzerns Monsanto. Am 21. Mai 2016 findet auch in Basel der «March against Monsanto und Syngenta» statt. Ziel ist der Hauptsitz von Syngenta beim Badischen Bahnhof. Weil sich der Basler Agromulti Syngenta nicht wirklich von Monsanto unterscheidet, wurde die Basler Demo in «March against Monsanto und Syngenta» umgetauft. Rechtzeitig für diesen «March» erscheint das neue Buch von MultiWatch. Das «Schwarzbuch Syngenta – dem Basler Agromulti auf der Spur» begründet, weshalb der «March against Monsanto» sich auch gegen Syngenta richten soll. Das Buch ist besonders aktuell, weil der chinesische Staatskonzern ChemChina daran ist, Syngenta aufzukaufen und damit deren Gentechnik- und Pestizid-Patente in China zu verbreiten. Das «Schwarzbuch» ist ein Gemeinschaftswerk von Aktivistinnen und Aktivisten der Basler Regionalgruppe von MultiWatch und beinhaltet auch Beiträge von renommierten Gastautorinnen und Gastautoren wie Vandana Shiva, Miguel Altieri und Florianne Koechlin. Das Buch wurde von der jungen Basler Designer-Gruppe «origami design» gestaltet.Im ersten Teil «Syngenta auf der Weltbühne» unternehmen die Autorinnen und Autoren eine kleine Weltreise und schildern Syngenta als wichtigen Protagonisten des globalen kapitalistischen Agrobusiness. Syngenta ist der weltgrösste Pestizidhersteller und der drittgrösste Saatgutproduzent. Marianne Spiller aus Brasilien berichtet über die Ermordung des Landlosen-Gewerkschafters Keno durch die Angestellten einer von Syngenta beauftragten Sicherheitsfirma und über die kürzlich erfolgte diesbezügliche Verurteilung des Multis. Paul Scherer analysiert Syngentas Rolle beim Projekt «Golden Rice», das als trojanisches Pferd für die Verbreitung von transgenem Saatgut in Asien dienen soll. Der Beitrag über Syngentas Testfelder auf Hawaii schildert den Kampf der Aktivistinnen und Aktivisten, die auf Einladung von MultiWatch an der Syngenta Aktionärsversammlung 2015 aufgetreten waren, weil Syngenta sich weigert, Schutzzonen zwischen ihren Pestizid-Sprühgebieten und lokalen Schulen und Gemeinden zu akzeptieren. Der Basler Geograph Martin Forter informiert über die Giftmülldeponien der Syngenta-Vorläuferfirmen in der Region Basel. Im zweiten Teil des Schwarzbuches «Vor und hinter den Kulissen» wagt das Kollektiv eine erste Analyse des Basler Multis. Mit ihren Pestiziden, Saatgutsorten und Patenten ist Syngenta aufs engste mit dem internationalen Agrobusiness und den kapitalistischen «Cash Crop»-Monokulturen verbunden. Dass Syngenta ein «schweizerischer» Konzern sei, ist natürlich ein Märchen. Das zeigt die Aktionärsanalyse. Schliesslich schildern die Autorinnen und Autoren das Lobbying Syngentas in Washington und Brüssel sowie die spezielle Ideologieproduktion und «Greenwashing» Der letzte Teil, «Vorhang auf für Kritik und Widerstand», schildert Widerstandsbewegungen und entwirft ein erstes Forderungsprogramm für den «March against Syngenta». Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern. Das «Schwarzbuch» ruft deshalb auch gleich zur Demonstration auf. Treffpunkt  ist am 21. Mai um 14 Uhr auf dem Barfüsserplatz. Das «Schwarzbuch Syngenta» (Broschüre mit vierfarbigen Illustrationen, 320 Seiten,SFr. 29, Euro 25.80,ISBN: 978-3-85990-283-1) kann im Buchhandel oder auf der Webseite http://www.multiwatch.ch/ bezogen werden. MultiWatchMultiWatch wurde im März 2005 gegründet mit dem Ziel der Beobachtung und Veröffentlichung von Menschenrechtsverletzungen bei Schweizer multinationalen Konzernen. MultiWatch ist eine breite Koalition von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Gewerkschaften, Parteien und Organisationen der globalisierungskritischen Bewegung.Das erste grosse Projekt war die Organisation der Veranstaltung «Der Fall Nestlé: eine öffentliche Anhörung zu Nestlé in Kolumbien und ein internationales Forum zu Nestlé» im Herbst 2005.Heute verfügt der Verein über eine bezahlte Teilzeitstelle für Informations- und Dokumentationsarbeit. Der Fokus der Vereinsarbeit liegt aktuell auf der Erarbeitung von Dossiers zu ausgewählten Schweizer Firmen, der Dokumentation einzelner Vorfälle von Menschenrechtsverletzungen bei Schweizer Multis und der dazugehörigen Kampagnen- und Vernetzungsarbeit in der Schweiz in Zusammenarbeit mit Betroffenen. Original Author:  Ueli Gähler, MultiWatch Basel, 09.03.2016

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