Archipel

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MAROKKO: Unruhe vor den Toren der Festung Europa

MAROKKO: Unruhe vor den Toren der Festung Europa

Der Grund unserer Reise nach Marokko war eine Konferenz in Rabat, die anlässlich des zweiten Jahrestages des gewaltsamen Todes von dutzenden Migrant_innen abgehalten wurde, die damals in kleinen Booten die spanische Stadt Ceuta erreichen wollten. Sie wurden am 6. Februar 2014 von Kugeln getroffen, die von der Guardia Civil abgefeuert wurden. Nur 15 Leichen wurden gefunden. Die 23 Migranten, die lebend die Küste erreichten, wurden sofort nach Marokko zurückgeschoben. Das Gerichtsverfahren, das nach den Ereignissen gegen die verantwortlichen Polizisten der Guardia Civil eröffnet worden war, wurde am 16. Oktober 2015 fallengelassen und endete mit Freisprüchen für alle beteiligten Polizeikräfte. Original Author:  Dieter Alexander Behr EBF afrique-europe-interact.net

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DEUTSCHLAND: Flüchtlinge nehmen ihre Zukunft selbst in die Hand

DEUTSCHLAND: Flüchtlinge nehmen ihre Zukunft selbst in die Hand

Es wird viel über sie gesprochen – auf der Internationalen Konferenz von Geflüchteten und Migrant_innen in Hamburg ergriffen sie jedoch selbst das Wort. Über 2.000 Flüchtlinge und Migrant_innen sprachen auf dem selbstorganisierten Treffen das vom 26. bis 28. Februar in der Kulturfabrik Kampnagel stattfand.Angereist waren sie aus Frankreich, Dänemark, Belgien, Spanien, Polen und Tunesien. Auch aus vielen deutschen Städten von Rostock bis Passau kamen Geflüchtete und Unterstützer_innen nach Hamburg. Es ging um Themen wie Asylgesetze, die Lage an den Grenzen, Selbstorganisation und Sexismus. Das Motto der Konferenz: «Der Kampf der Geflüchteten – wie weiter machen? Beendet den Krieg gegen die Migrant_innen.»Raum für Vernetzung und Austausch Original Author:  Kulturfabrik Kampnagel

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GRIECHENLAND: Tapakika, ein später Brief

GRIECHENLAND: Tapakika, ein später Brief

Ich war im Januar 2016 zweieinhalb Wochen in Tapakika. Ein Flüchtlingslager an der griechischen Küste inmitten der Stadt Chios. Mittlerweile hat sich auf Chios viel geändert, es gibt einen neuen Hotspot – ein seltsamer Name für die Organisation der Camps auf militärischem Gebiet und Tapakika gibt es nicht mehr, soweit ich weiss ...Zwischen Brünn und Prag auf der A1. Martin schläft auf der Sitzbank neben mir. Der Gurt dient ihm gleichzeitig als Kopfstütze. Das sieht sehr unbequem aus, scheint aber zu funktionieren. Neben ihm sitzt Axel, und zündet uns die nächste Zigarette an. Vor uns in der Ablage liegen drei leere Päckchen. Ich frage Axel, für wen Isidoro und Panda und all die anderen Griechen am Eingang von Tapakika gearbeitet haben. Und Axel antwortet: Für die Samariter. Die werden von den Norwegern bezahlt, glaube ich. Original Author:  Paul Jeute, 24. Januar 2016

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BULGARIEN: Angst vor den Flüchtlingen

BULGARIEN: Angst vor den Flüchtlingen

Bislang gibt es nur wenige illegale Grenzübertritte nach Bulgarien. Doch die Regierung in Sofia schürt Angst, dass nach der Schließung der Westbalkanroute Flüchtlinge Bulgarien als Ausweichroute nutzen. Kolonnen von Geländewagen dröhnen über die Autobahn, dann sind Soldaten zu sehen. Sie tragen Helme und Schilde vor sich her. Das bulgarische Fernsehen zeigt täglich gemeinsame Einsätze von bulgarischen und mazedonischen Grenzpolizisten, Polizisten und Soldaten. In spektakulären Übungen proben sie derzeit, einen massiven Migrantenandrang abzuwehren und Schlepper aufzuspüren. Nach dem Beitrag spricht der Verteidigungsminister im Fernsehen über mögliche Terroristen unter den Flüchtlingen.Bislang gibt es nur wenige illegale Grenzübertritte nach Bulgarien. Nur 3.160 Migrant_innen – vor allem Iraker_innen und Afghan_innen – suchten im Januar und Februar Schutz in dem Balkanland. Doch die Regierung in Sofia schürt Angst, dass sie wegen der Schließung der Westbalkanroute nun massenweise nach Bulgarien ausweichen könnten. Sie plant verschärfte Aufenthaltsbedingungen für Ausländer und änderte unlängst die Verteidigungsgesetze. Original Author:  Diljana Lambreva, Sofia, n-ost-Korrespondentin, 22. März 2016

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SCHWEIZ: Ein Marsch und ein Buch gegen Syngenta

SCHWEIZ: Ein Marsch und ein Buch gegen Syngenta

Hunderttausende demonstrieren jährlich in spektakulären und phantasievollen Kundgebungen  gegen die Macht des Agrogentechnik-Konzerns Monsanto. Am 21. Mai 2016 findet auch in Basel der «March against Monsanto und Syngenta» statt. Ziel ist der Hauptsitz von Syngenta beim Badischen Bahnhof. Weil sich der Basler Agromulti Syngenta nicht wirklich von Monsanto unterscheidet, wurde die Basler Demo in «March against Monsanto und Syngenta» umgetauft. Rechtzeitig für diesen «March» erscheint das neue Buch von MultiWatch. Das «Schwarzbuch Syngenta – dem Basler Agromulti auf der Spur» begründet, weshalb der «March against Monsanto» sich auch gegen Syngenta richten soll. Das Buch ist besonders aktuell, weil der chinesische Staatskonzern ChemChina daran ist, Syngenta aufzukaufen und damit deren Gentechnik- und Pestizid-Patente in China zu verbreiten. Original Author:  Ueli Gähler, MultiWatch Basel, 09.03.2016

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ÖSTERREICH Flüchtlingspolitik: Wir distanzieren uns

ÖSTERREICH Flüchtlingspolitik: Wir distanzieren uns

Das aktuelle Verhalten der österreichischen Bundesregierung in der Fluchtkrise ist kontraproduktiv und inakzeptabel. Ein Aufruf 1 österreichischer Kunstschaffender, den eingeschlagenen Kurs schleunigst zu ändern.Wir protestieren gegen die Politik des Hochziehens von Grenzzäunen, des Abschottens, wie zuletzt auf dem Wiener «Balkangipfel» beschlossen, sowie der Einführung willkürlicher numerischer Obergrenzen bei der Aufnahme von Asylsuchenden. Dies führt – wie zu erwarten war und unmittelbar Realität wurde – zu einem Stranden der Flüchtenden in Griechenland und direkt in eine menschliche Katastrophe.Die Lage im ohnehin schon unter hoher Belastung stehenden Griechenland, das aufgrund der Geografie und des Fehlens direkter Fluchtrouten in Binnen-EU-Staaten automatisch zum EU-Erstaufnahmeland für Flüchtende aus den Kriegsgebieten Syriens und Iraks wird, wird zudem durch uneinsichtige und undiplomatische Haltungen mancher nationaler Regierungen verschärft. Original Author:  Ein Aufruf österreichischer Kunstschaffender

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FRANKREICH: Kein Land in Sicht

FRANKREICH: Kein Land in Sicht

«Camp de la honte» (Lager der Schande) wird das Flüchtlingscamp in Grande-Synthe im Norden Frankreichs genannt. Hier leben rund 3'000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen. Die Basler Gruppe «Rastplatz» kocht für sie und lebt mit ihnen im Camp. Original Author:  Katharina Morawietz EBF

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Watch the Med Alarmphone

Watch the Med Alarmphone

Als die Notrufhotline des Alarmphones im Herbst 2014 ihren Betrieb aufnahm, ahnte wohl keine_r der ca. 100 beteiligten Aktivist_innen aus ganz Europa und Nordafrika, welche Dynamik dieses Projekt im Laufe des Jahres 2015 entfalten würde. Angetreten war das Alarmphone mit dem Ziel, in Echtzeit gegen das Massensterben im Mittelmeer anzukämpfen, unterlassene Hilfeleistung auf hoher See zu dokumentieren und illegale Rückschiebungen zu verhindern. Im Sommer 2015 entwickelte es sich darüber hinaus jedoch zu einem unverzichtbaren Glied in einer langen Kette von Unterstützungsstrukturen, die in kollektiven politischen Akten dazu beitrugen, dass sich Tausende das Recht auf Bewegungsfreiheit aneignen konnten. Ein Rückblick auf ein Jahr Alarmphone ist somit auch ein Rückblick auf ein Jahr, in dem das europäische Grenzregime in eine zuvor kaum vorstellbare Krise geriet.Langer Sommer der Migration Original Author:  Simon Sontowski*

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Menschlichkeit als Kompass

Menschlichkeit als Kompass

Mely Kiyak (1) würdigt Watch The Med Alarm Phone. Wir bringen hier die Laudatio von Mely Kiyak auf die Initiative Watch the Med, Gewinnerin des Leser_innenpreises beim taz Panter Preis 2015 (2).Ertrinken, meine Damen und Herren, ist ein leiser Vorgang. Im Gegensatz zur Panik, zum Weinen, Schreien, Um sich schlagen angesichts des drohenden Todes, ist der letzte Moment des Lebens auf dem Meer so leise, dass man ausser Wellengang nichts hört. Der Mensch ertrinkt zumeist in der Waagerechten, den Kopf nach hinten geneigt.Das Ertrinken, als Folge eines Sturzes von einem Boot, oder als Folge von mit Salzwasser vollgesogener Bekleidung in die Meerestiefe, ist der lange Kampf gegen das Untergehen. Es ist der Versuch dem Wasser zu entkommen, die Bemühung an der Wasseroberfläche zu bleiben.Es wechseln sich ab: Auftauchen, kurz Luftholen an der Wasseroberfläche, abermaliges Untertauchen. Zunächst handelt es sich um viel Einatmen von Luft und wenig Einatmen von Wasser. Irgendwann kehrt sich das Verhältnis um. Wenig Luft, viel Wasser. Original Author:  Mely Kiyak

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SCHWEIZ: Ein theologisches Plädoyer für die Migrationscharta

SCHWEIZ: Ein theologisches Plädoyer für die Migrationscharta

Die Migrationscharta nimmt eine biblisch-theologische Perspektive in Anspruch; deshalb spreche ich hier als Theologe 1. Theologie und Kirche haben aber eine gesellschaftliche Verantwortung; deshalb spreche ich am Schnittpunkt zwischen Theologie und Gesellschaft. Meine Reflexion habe ich in zehn Punkten formuliert. Es sind nicht etwa zehn Gebote, sondern einfach zehn Gedanken zu den Grundanliegen der Migrationscharta, die als Diskussionsimpulse zu verstehen sind.1 - Man kann die Migrationscharta sehr einfach und sehr schnell abtun (wie auch von Gegnern schon zu lesen war…): sie sei zwar sehr nett, aber auch sehr unrealistisch; romantisch und marxistisch, ja populistisch; sie vertrete biblisches Gutmenschentum, bleibe aber abstrakt, greife nicht in der Wirklichkeit; usw.Damit man die Migrationscharta wirklich ernst nimmt, muss geklärt werden, auf welcher Diskursebene sie spricht. Original Author:  Pierre Bühler

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